Labormöbel in der Schweiz: Worauf es bei Planung und Auswahl ankommt
Labormöbel sind mehr als Tische und Schränke. Sie bestimmen, wie sicher, effizient und flexibel in Ihrem Labor gearbeitet wird. Wer bei der Auswahl auf Material, Normen und Anpassbarkeit achtet, spart über die Lebensdauer deutlich Kosten. Dieser Beitrag zeigt, worauf Sie bei der Laboreinrichtung achten sollten.
Was gehört zur Laboreinrichtung?
Zur Laboreinrichtung zählen alle festen und mobilen Elemente eines Arbeitsplatzes:
Labortische und Arbeitsplätze
Unterschränke, Hängeschränke und Regale
Spülen und Medienversorgung (Wasser, Gas, Strom, Druckluft)
Laborabzüge (Kapellen) und Gefahrstoffschränke
Alle Komponenten sollten aufeinander abgestimmt sein. Nur so entsteht ein durchgängiges, sicheres Arbeitsumfeld.
Das Material entscheidet über die Lebensdauer
Labormöbel sind Chemikalien, Feuchtigkeit, Wärme und mechanischer Belastung ausgesetzt. Das Material muss zur Nutzung passen.
Korpus und Gestell
Stahl ist robust, formstabil und lässt sich gut reinigen. Pulverbeschichtete Oberflächen sind widerstandsfähig gegen viele Laborchemikalien. Bei hohen Anforderungen an Hygiene oder Feuchtigkeit kommt Edelstahl zum Einsatz.
Arbeitsplatten im Labor
Die Arbeitsplatte ist die am stärksten beanspruchte Fläche. Gängige Optionen sind:
Laborkeramik: sehr chemikalienbeständig, für anspruchsvolle Chemielabore
Polypropylen (PP) hohe Beständigkeit gegen Säuren, Laugen und Lösungsmittel
Edelstahl: hygienisch, hitzebeständig, ideal für Reinraum- und Pharmaumfelder
HPL-Laminat: wirtschaftlich, geeignet für trockene und leichte Anwendungen
Wählen Sie die Platte nach den Stoffen, die Sie tatsächlich einsetzen, nicht nach dem Preis allein.
Flexibilität: Das Labor von morgen mitdenken
Forschungsthemen, Teams und Geräte ändern sich. Starre Einbauten werden dann zum Hindernis. Moderne Labormöbel sind deshalb modular aufgebaut:
höhenverstellbare Tische für ergonomisches Arbeiten
mobile Unterschränke und Rollcontainer
umsetzbare Medienpaneele
erweiterbare Systeme ohne Umbau der Raumstruktur
Ein flexibles Konzept senkt die Umbaukosten, wenn sich Anforderungen ändern.
Normen und Vorgaben im Labor
Labormöbel müssen definierte Sicherheits- und Prüfanforderungen erfüllen. Relevant sind in der Praxis unter anderem die europäischen Normen für Labortische und Laborschränke (z. B. EN 13150, EN 14727) sowie die Planungsempfehlungen nach EN 14056. Für Laborabzüge gilt zusätzlich EN 14175 und die EKAS 1871. Lassen Sie sich die Konformität vom Hersteller bestätigen und dokumentieren.
Ergonomie und Arbeitssicherheit für das Labor
Gute Labormöbel schützen auch die Gesundheit des Personals:
passende Arbeitshöhen für Steh- und Sitzarbeitsplätze
ausreichend Beinfreiheit und Bewegungsfläche
Fluchtwege und Verkehrsflächen, die nicht verstellt werden
Medienanschlüsse in Griffweite, ohne Kabel und Leitungen über den Arbeitsbereich
Planung: In fünf Schritten zur passenden Einrichtung
Nutzung klären: Welche Arbeiten, Stoffe und Geräte sind vorgesehen?
Raum und Medien erfassen: Grundriss, Lüftung, Anschlüsse, Tragfähigkeit.
Material festlegen: Korpus und Arbeitsplatte nach Belastung wählen.
Flexibilität definieren: Welche Bereiche müssen später umbaubar sein?
Normen und Abnahme prüfen: Konformität, Dokumentation, Wartungskonzept.
Eine frühe Zusammenarbeit mit einem Laborbauer verhindert teure Korrekturen in der Bauphase.
Wartung und Pflege im Labor
Auch Labormöbel brauchen Pflege. Reinigen Sie Oberflächen regelmässig mit geeigneten Mitteln, prüfen Sie Scharniere, Auszüge und Dichtungen und beheben Sie Beschädigungen früh. So bleiben Beständigkeit und Optik über Jahre erhalten.
Fazit
Gute Labormöbel verbinden Sicherheit, Beständigkeit und Flexibilität. Entscheidend sind die richtige Materialwahl, die Einhaltung der Normen und eine vorausschauende Planung. Wer diese Punkte früh klärt, erhält ein Labor, das langfristig funktioniert.
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